Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
Die zehn Schwerpunktthemen von Swissgrid wurden mittels der doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifiziert. Die bereichsübergreifende Analyse wurde im Januar 2025 vom Verwaltungsrat genehmigt und im Januar 2026 auf ihre Aktualität überprüft. Bei der Durchführung der Wesentlichkeitsanalyse orientiert sich Swissgrid an den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI) und den allgemeinen Anforderungen der European Sustainability Reporting Standards (ESRS 1). Zur Identifizierung und Bewertung ihrer nachhaltigkeitsbezogenen Schwerpunktthemen verfolgt Swissgrid einen mehrstufig strukturierten Prozess.
Identifizierung und Validierung von Nachhaltigkeitsthemen: Swissgrid validiert die Liste der zu bewertenden relevanten Nachhaltigkeitsthemen gemäss folgendem Vorgehen:
- Sammlung potenzieller Nachhaltigkeitsthemen: Swissgrid erstellt zunächst eine umfassende Liste möglicher Themenbereiche. Grundlage dafür sind die Unternehmensstrategie, die bestehende Wesentlichkeitsmatrix, ein Benchmarking-Vergleich mit europäischen und schweizerischen Unternehmen, relevante internationale und nationale Standards (einschliesslich GRI und ESRS) sowie die Risikokategorien des Enterprise Risk Management (ERM) von Swissgrid. Zusätzlich fliessen nationale und internationale Trends und Entwicklungen im Strom- und Nachhaltigkeitsbereich ein.
- Analyse des Unternehmenskontexts: Zur Validierung der Themensammlung analysiert Swissgrid die eigene Wertschöpfungskette sowie den Unternehmenskontext. Dabei werden die Unternehmensaktivitäten, Geschäftsbeziehungen und Wirkungsketten sowie die Anliegen relevanter Stakeholder berücksichtigt.
- Interne und externe Konsultationen: Swissgrid führt regelmässig Konsultationen durch mit externen (Branche, Investoren, NGO, Wissenschaft und Dienstleister) und internen Stakeholdern, um relevante Nachhaltigkeitsthemen zu identifizieren und zu diskutieren.
Bewertung der identifizierten Nachhaltigkeitsthemen anhand der doppelten Wesentlichkeit: Swissgrid bewertet die Auswirkungen, Risiken und Chancen («Impacts, Risks and Opportunities», IRO) der identifizierten Nachhaltigkeitsthemen anhand der doppelten Wesentlichkeit:
- Auswirkungen gegen aussen («Inside-Out»-Perspektive): Swissgrid beurteilt die externen negativen und positiven Auswirkungen auf Mensch und Umwelt entlang der Wertschöpfungskette. Anhand themenspezifischer Bewertungsszenarien werden die potenziellen und die tatsächlichen externen Auswirkungen nach Ausmass, Umfang, Unabänderlichkeit und Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt unter Berücksichtigung eines kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizonts.
- Auswirkungen gegen innen («Outside-In»-Perspektive): Parallel dazu bewertet Swissgrid die tatsächlichen und die potenziellen nachhaltigkeitsbezogenen Risiken und Chancen auf das Unternehmen. Grundlage dafür bilden das ERM und dessen etablierte Methodik, um die Konsistenz der Risikobewertung zu gewährleisten. Die Risiken werden hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmass beurteilt. Das Schadensausmass wird in Bezug auf neun Risikokategorien anhand quantitativer und qualitativer Attribute festgelegt: Personensicherheit, Versorgungssicherheit, Leistungsfähigkeit des Übertragungsnetzes, finanzielle Lage, Compliance, Reputation, Umwelt- und Landschaftsschutz, Innovation und Digitalisierung und/oder Informationssicherheit. Für die finanzielle Wesentlichkeit eines Themas gilt jeweils das diesbezüglich am höchsten bewertete ERM-Risiko oder die am höchsten bewertete Chance für Swissgrid als ausschlaggebend.
Grenzwert und Priorisierung der wesentlichen Schwerpunktthemen: Ein Thema gilt für Swissgrid als wesentlich, wenn entweder die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt oder die Chancen und Risiken für Swissgrid als «mittel» beurteilt werden (auf einer 5-Punkte-Skala entspricht dies einem Grenzwert von 2,6 Punkten). Die resultierende Wesentlichkeitsmatrix bildet die zehn priorisierten und wesentlichen Themen von Swissgrid ab. Nachhaltigkeitsthemen, die als nicht wesentlich bewertet wurden (z.B. Wasser, Meeresressourcen), sind in der Wesentlichkeitsmatrix nicht aufgeführt.
Die Überprüfung der wesentlichen Themen am Ende des Geschäftsjahrs 2025 hat zu keinen Veränderungen der Schwerpunktthemen im Vergleich zum vorjährigen Nachhaltigkeitsbericht geführt. Geringfügige Anpassungen haben sich aus der aktualisierten ERM-Bewertung ergeben, das heisst der Risiken für Swissgrid. Diese wurden vom Verwaltungsrat im Rahmen des jährlichen Risikoberichts genehmigt, haben aber keinen Einfluss auf die Wesentlichkeitsbewertung der Nachhaltigkeitsthemen.